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"Falling feels like flying" von Nena Muck

 

Autor/in:            Nena Muck

 

Titel:                    Falling feels like flying

 

Reihe/Band:      For that Moment, Band 1

 

Genre:                  New Adult

 

Erschienen:        Februar 2020

 

ISBN:                    978-3-347-01461-9

 

Transparenz

Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise von der Autorin zur Verfügung gestellt worden ist. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

 

Klappentext

„Ich weiß nicht, ob er der Held oder der Schurke in meiner Geschichte ist, aber er ist derjenige, der die Bestie bezwingt!“

Die 20-jährige Emilia Glass war stolz, oberflächlich und hochmütig, bevor das Schicksal ihre perfekte kleine Welt zum Einsturz brachte. Als eine frühere und vor allem unwissende Freundin in ihre Nähe zieht, erkennt sie die Chance, noch einmal so zu leben wie zuvor. Der einzige Haken? Sie muss ihrer Freundin Hailee die Wahrheit verschweigen. Eine Lüge, die sie für ein Stück Normalität nur allzu gern in Kauf nimmt, die sich jedoch zu einem riesengroßen Netz aus Lügen entwickelt, als sie den gut aussehenden, arroganten und geradezu unverschämten Vincent trifft. Obwohl er ihr von Anfang an deutlich macht, dass er nicht als Verachtung für sie übrig hat, knistert es zwischen den beiden gewaltig und er beginnt Gefühle in ihr zu wecken, die sie eigentlich niemals zulassen dürfte …

 

Buchtitel und Coverdesign

„For that Moment – Falling feels like flying“ bedeutet für die Protagonistin Emilia viel mehr, als wir nur durch den Klappentext vielleicht erahnen können. Es geht darum, besondere Momente im Leben einzufangen bzw. abzuspeichern und sich dieser deutlich bewusst zu sein. Manchmal sollte uns Menschen viel mehr bewusst sein, dass jeder Moment der letzte sein könnte und wir für einige sehr viel mehr dankbarer sein sollten, als wir es so vielleicht nur sind.

Das Cover ist in einer Mischung der Farben Blau, Weiß und Lila gehalten. Die Aufmachung wirkt wie eine riesige Farbexplosion und man sieht kleine glitzernde Partikel, wie bei einer Sprengung, wegfliegen. Da es sich bei den genannten Farben um meine Lieblingsfarben handelt, war ich einfach wirklich hin und weg von dieser Darstellung. Es ist einfach wunderschön!

Da ich so perfektionistisch veranlagt bin, ist mir aber auch leider direkt ins Auge gesprungen, dass das Genre „Roman“ auf dem Cover leider nicht zentriert gedruckt ist, was mich etwas traurig gemacht hat. Außerdem muss ich zusätzlich auch anmerken, dass mir das Format des Buches nicht sonderlich gefällt. Es ist größenmäßig weder ein Taschenbuch noch ein Paperback, sondern etwas sehr stark Viereckiges dazwischen. Leider war es beim Lesen dadurch etwas unhandlich.

 

Charaktere

Emilia Glass ist gelernte Erzieherin, aktuell aber nicht in der Lage, ihren Beruf auszuüben. Warum das so ist? – Da möchte ich im Moment niemanden spoilern. Mit ihrem Mitbewohner Daniel lebt sie in einer kleinen Wohnung und geht ihrem Alltag nach. Die wenigsten Menschen in ihrem Umfeld wissen, was in ihrem Leben vor sich geht und so soll es auch bleiben. Ich habe Emilia zunächst als eine recht ruhige und zurückhaltende Person kennengelernt, aus absolut verständlichen Gründen. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde sie mir allerdings etwas zu anstrengend. Ihr Verhalten wirkte immer öfter etwas naiv und leichtsinnig und auch, dass sie so viele Menschen in ihrem Umfeld absichtlich anlügt und ihnen die Wahrheit verschweigt, war kein sonderlich sympathischer Charakterzug. Auch das Zureden ihrer besten Freundin Hannah hat da nicht viel.

Vincent King ist stur, arrogant und ausgesprochen sexy. Er ist der typische Bad Boy – und ein absoluter A****. Er ist ziemlich launisch und geheimnisvoll, was aber vielleicht darauf zurückzuführen ist, dass er ein Waisenkind ist. Durch mehrere kriminelle Verstöße muss er Sozialstunden in einem Krankenhaus ableisten. Ansonsten lebt er das typische Studentenleben und weist ein großes Interesse an Fotografie auf, weshalb er auch einen Design-Kurs belegt hat.

Ich hatte bei den beiden häufig das Gefühl, als würde ich nicht genug Informationen über sie bekommen, als die direkt ausgesprochenen Dinge. Emmy und Vince könnten unterschiedlicher und gleichzeitig identischer kaum sein. Beide legen immer wieder sprunghafte Stimmungswechsel an den Tag und es ist ein ständiges Hin und Her in ihrer Hass-/Beziehung/Freundschaft. Deutlich geworden ist für mich auf jeden Fall, dass sie beide ein ziemliches Aggressionsproblem haben, was bei Emilia allerdings auch an etwas anderem liegen könnte. Meist kommen mir solche Situationen leider wie sinnlose Diskussionen vor, weil sie aus Nichts und wieder Nichts entstanden sind.

 

Schreibstil und Handlung

Bevor ich zum Schreibstil und der Handlung selbst komme, muss ich noch an ein paar Dingen anknüpfen, die ich zu einem Teil schon unter „Cover und Design“ angerissen habe. Neben dem fraglichen Format des Buches und dem leicht verpfuschten Layout, musste ich schnell feststellen, dass es auch von innen nicht ganz so aussieht, wie man es vielleicht von anderen Büchern gewohnt ist. Fast nach jedem Wort bzw. jedem Part einer Szenenbeschreibung kommt ein Absatz. Das hat leider dafür gesorgt, dass sich kein durchgehend entspannter Lesefluss bei mir einstellen konnte und noch zusätzlich, dass man teilweise nicht wirklich wusste, wer was gesagt hatte, denn eine direkte Zuordnung fehlte. Auch musste ich feststellen, dass durch die vielen Zeilenumbrüche manche Seiten nur zu 50 % bedruckt waren und die andere Hälfte mit freien Zeilen gefüllt war. Wären die Absätze sinnvoller gewählt, wäre das Buch sicher wesentlich dünner geworden.

Der eigentliche Schreibstil selbst war sehr locker, leicht und flüssig. Besonders gut gefallen haben mir die verschiedenen herübergebrachten Emotionen in Form von Metaphern. Vor allem hat mir gefallen, dass die Gedanken der Protagonistin Emilia sehr authentisch waren, denn in der ein oder anderen Situation habe ich mich selbst dabei ertappt, dieselben Worte denken zu wollen. Die Geschichte ist komplett aus Emilias Sicht geschrieben, was zu einer recht tiefen Verbundenheit zu mir als Leserin geführt hat, wozu natürlich auch die schon bereits genannten Gedanken ihren Teil beigetragen haben. Was die Autorin an dieser Stelle für mich eindeutig bewiesen hat ist, dass sie eindeutig sehr gut schreiben kann.

Die Handlung selbst war größtenteils sehr realistisch und authentisch beschrieben und auch die Nebencharaktere waren alle Personen, die ich mir so auch im echten Leben vorstellen könnte. Allerdings hatte ich, wie bereits im oberen Teil unter „Charaktere“ erwähnt, ein etwas größeres Problem mit den Protagonisten Emilia und Vincent, denn in meinen Augen waren sie beide sehr übertrieben dargestellt. Auch ihre ständigen Verhaltensänderungen von gut zu schlecht gelaunt oder von Freundschaft zu Hass waren mir persönlich etwas zu krass. Ich konnte verstehen, dass beide in ihrem Leben große Probleme haben und damit selbst nicht sehr gut zurechtkommen, aber ich fand nicht, dass das manche Verhaltensweisen gerechtfertigt hat. Für mich deutlich geworden ist aber auf jeden Fall die Fülle an Emotionen und Gedanken, die in dieser Geschichte drinstecken. Vor allem von Emilias Seite aus gibt es dahingehend sehr viel Input, mit dem man erst einmal fertig werden muss.

Ein wenig schade fand ich, dass die bereits im Klappentext angesprochene Vergangenheit bzgl. Emilias früherem Leben und wie sehr sich dieses im Vergleich verändert hat, nicht genauer ausgeführt worden ist. An dieser Stelle hat mir eine wirkliche Beschreibung ihres früheren Lebens gefehlt. An vielen Stellen wird auf dieses ‚früher‘ hingewiesen, aber nie gibt es eine Rückblende o. ä. mit der man sich wirklich ein konkretes Bild von der Veränderung machen kann.

An sich beschäftigt sich dieses Buch mit einem sehr großen und ernsten Thema, aber ausnahmsweise liegt der allgemeine Fokus mal nicht darauf. Es ist in dieser Geschichte anders gemacht und gewollt worden, was das Buch sich von vielen anderen Abheben lässt. Mir hat dadurch zwar leider ein bisschen was gefehlt, aber auch die andere Seite des angesprochenen Themas ist eine wichtige und weist noch einmal sehr gut darauf hin, wie unterschiedlich wir Menschen mit Situationen umgehen.

 

Fazit

Dieses Buch ist vieles, aber nicht perfekt – gut, dass es perfekt überhaupt nicht gibt. Durch das sehr offene Ende vermute ich, dass es einen weiteren Band gibt und auch, wenn ich ein bisschen was zu meckern gehabt habe, freue ich mich schon darauf, zu erfahren, wie es mit Emilia und Vincent weitergeht – oder auch nicht? Zum ersten Band kann ich aber sagen, dass mir persönlich ein bisschen weniger Übertreibung und ein wenig Textkürzung etwas besser gefallen hätte, die Geschichte an sich aber doch recht schön war.

 

Bewertung: 3 YYY von 5 Sternen  

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